EURO 2024 | 16 Spiele, 5 Stadien, 1 Leidenschaft
Liebe Freunde der Fußballkunst,
seit gestern ist sie vorbei, die EURO 2024. Ich war mir von Anfang an bewusst, dass es ein großes Projekt werden wird, allerdings hatte ich mit diesem Stress auch nicht gerechnet.
Vor allem am Anfang ging es direkt Schlag auf Schlag. Die ersten elf Spiele ab dem Eröffnungsspiel in München (bestes Stadion!) fanden in nur 13 Tagen statt. Und das in fünf verschiedenen Stadien und Städten. Die Highlights dieser Spiele waren auf jeden Fall die Deutschland-Spiele gegen Schottland und Ungarn, aber auch Spanien–Kroatien in Berlin oder Niederlande gegen Frankreich in Leipzig. Aber auch die Fanlager von Serbien oder Rumänien boten eine laute und beeindruckende Kulisse, die westeuropäische Fankurven nur selten übertreffen konnten.
Ein Spieltag startete für mich meist mit der Anreise zum Spielort über Mittag mit der DB (im Durchschnitt 25 Minuten Verspätung bei drei Stunden Fahrzeit!). Dann ging es weiter zum Stadion, wo wir uns mit dem Entertainment-Team schon vier Stunden vor Kickoff trafen. Nach einem kleinen Rundgang im Hospitality-Bereich wurde der Zeitplan besprochen. Unsere Showagentur Fogelkaiser hatte meistens zwei Freestyler am Start, Mirror-Tänzer, DJs und manchmal noch Musik-Acts wie Sänger, Percussionists oder Saxophonisten. Abwechselnd traten wir dann im UEFA-VIP und den UEFA-Clubs auf. Im VIP sind alle Funktionäre der UEFA und der beiden spielenden Nationen untergebracht sowie wichtige Politiker und A-Prominente eingeladen. Im Club haben die Sponsoren Tische, die sie entweder mit Mitarbeitern und Geschäftspartnern besetzen oder über Gewinnspiele verlosen. Die Stimmung ist im Club meist deutlich besser, hier wurde nach den Spielen auch oft etwas Party gemacht. Währenddessen wurde im VIP nur sehr dezent Lounge-Musik abgespielt.
Drei Stunden vor Kickoff ging es dann meist für uns zum ersten Mal an den Ball, als wir die Gäste am Eingang direkt mal mit ein paar Moves begrüßt haben. Dann folgten noch Duo-Shows im Club und Shows im VIP, wo ich von Tisch zu Tisch ging und den Gästen sehr individuell in kleinen 60–90-Sekunden-Sets meine Fußballkünste präsentierte. Ab 30 Minuten vor Kickoff ging es dann für uns ins Stadion und wir machten uns auf die Suche nach einem Platz, von dem wir das Spiel verfolgen konnten.
Nach dem Spiel ging es dann wieder zurück an die Arbeit, es standen noch zwei Shows im VIP und Club an. Oftmals waren wir dann schon sechs bis sieben Stunden im Stadion und die Uhr zeigte über 20.000 Schritte an. Einziger Vorteil: Die meisten Stadionbesucher waren da schon daheim und die öffentlichen Verkehrsmittel nicht mehr überfüllt. Nach diesem langen Tag fiel es abends nicht sehr schwer einzuschlafen. Das zum groben Ablauf der Spieltage aus der Sicht von uns Freestylern.
Nun zurück zum Spielplan. Am 1. Juli ging es dann für mich los mit K.-o.-Spielen. In Frankfurt traf Portugal auf Slowenien. Natürlich drehte sich hier fast alles um Cristiano Ronaldo, der allerdings Chance nach Chance liegen ließ. So ging es am Ende ins erste Elfmeterschießen, das leider unseren Arbeitstag noch einmal um eine Stunde verlängerte. Trotzdem eine tolle Erfahrung, diese Spannung live vor Ort zu erleben.
Ein weiteres Highlight war dann das Viertelfinale in Stuttgart am 5. Juli, Deutschland gegen Spanien. Der Moment, als der 1:1-Ausgleichstreffer am Ende fiel, war der Moment mit der besten Atmosphäre im ganzen Stadion während der ganzen EURO – pure Ekstase!
Das Halbfinale in München zwischen Frankreich und Spanien verlief dagegen eher ruhig. Sowohl Spanien als auch Frankreich kamen nicht mit den größten und lautesten Fangruppen, aber man merkte, dass die Anspannung im Halbfinale schon erhöht ist im Vergleich zu den vorherigen Runden.
Schon vor dem Finale, England gegen Spanien, war ich sehr zuversichtlich, dass sich Spanien den Titel holt. Einerseits, weil sie es sich spielerisch verdient haben – und England umso weniger. Und letztendlich kam es, wie es alle erwartet hatten. In wunderschönem Berliner Sonnenschein ging es zum Stadion, wo man schon vor dem Stadion die besondere Atmosphäre spüren konnte. Die Kontrollen und Vorbereitungen für das Spiel waren noch einmal verschärft und die Anspannung größer. Nach einem frühen spanischen Treffer folgte der englische Anschlusstreffer, der die Kurve voller Engländer enorm mitriss, und man ging fast davon aus, dass das Momentum kippen könnte. Die Spanier kämpften sich allerdings zurück und erzielten den verdienten letzten Treffer der EM. Danach ging es in den Hospitality-Bereich, der im Vergleich zu vielen anderen Spielen natürlich sehr gut besucht war. Großes Highlight des Abends war ein Auftritt mit dem DJ-Trio Meduza sowie vor vielen deutschen Top-Sportlern im Adidas-Haus.
Abschließend muss ich sagen, dass die EM ein sehr tolles Event war, auch wenn es viel Durchhaltevermögen gefordert hat. Die beste Performance an vielen Tagen in Folge zu zeigen, gepaart mit langen Reisen und wenig Regeneration, habe ich anfangs definitiv unterschätzt. Deshalb größten Respekt an alle Athleten, für die das Alltag ist! Mein Dank gilt natürlich Fogelkaiser für die Organisation, aber auch allen weiteren Performern, mit denen wir zusammen den Lounges etwas Action eingehaucht haben. Auf hoffentlich viele weitere große Sportveranstaltungen in Deutschland!
Das war EURO 2024 | 16 Spiele, 5 Stadien, 1 Leidenschaft :)